
Referenz an das romantische Miltenberg
Konzert: Stadtkapelle gratuliert mit ausgesuchten Stücken um 775. Geburtstag der Stadt - Junge Solisten glänzen
Miltenberg Die musikalischen Glückwünsche der Stadtkapelle zwei Monate vor der großen Festwoche zum 775. Stadtgeburtstag, hätten gelungener nicht sein können. Etwa 350 Zuhörer haben am Samstag trotz des schwülen Frühsommerabends das hochkarätigen Frühjahrskonzert unter dem Thema »Romantik« in derTurnhalle der Grundschule besucht und waren vollauf begeistert vom Orchester, das neuer Besetzung auf der Bühne war.
Vollauf begeistert war das Publikum am Samstag beim Frühjahrskonzert von der Musik der Stadtkapelle Miltenberg. Dirigent Waldemar Stockert und seine Musiker spielten ein romantisches Programm als eine Reverenz an die Stadt, die ihr 775.Jähriges Bestehen feiert. Foto: Manfred Seemann Unter der souveränen Stabführung von Waldemar Stockert brachte das Ensemble schon beim ersten Titel, einer Suite von Gustav Holst, all das ein, was die Musiker in den folgenden gut zwei Stunden auszeichnete: überbrodelnde Spielfreude, mitreißenden Schwung und einen verblüffend harmonischen Ensembleklang bei hoher Präzision.
Bürgermeister Joachim Bieber legte immer wieder seine Trompete aus der Hand und führte er mit viel Charme, Humor und informativen Texten durch das Programm. Die Stadtkapelle, so Bieber, habe Miltenberg als »romantische Stadt« ehren wollen. Die Programmgestaltung der beiden »Halbzeiten« war mit romantischer Musik und stilvollen, zeitgenössischen Werken genau auf das Thema zugeschnitten und bot den zahlreichen jungen Solisten aus der städtischen Musikschule die Möglichkeit zu bieten, ihr Können unter Beweis zu stellen.
Der Suite des englischen Spätromantikers Holst folgte ein Konzertstück aus der Feder von Felix Mendelssohn-Bartholdy für zwei Klarinetten mit den Solisten Amelie Bertlwieser und Hanna Rosenberger. Die beiden jungen Musikerinnen wurden höchsten technischen Anforderungen gerecht und setzten die Töne sehr einfühlsam. Auch eine fünfsätzige Suite aus der Oper Carmen, von Georges Bizet profitierte von einigen Solisten. Hier zeigten ihr Können Sabrina Gado (Oboe), Jan Packhäuser (Trompete), Christine Scheurich Hench (Saxophon) und Philip Hench (Trompete). Im gefühlvollen Intermezzo waren die jungen Flötistinnen Catharina Erbacher und Hanna Specht zu hören. Das Finale des ersten Teils aus der fünften Symphonie von Dimitri Schostakowitsch wurde für das in allen Registern glänzend besetzte Orchester zu einem wahren Triumphmarsch.
Nach der Pause erwartete die Zuhörer ein weiteres und völlig anders geartetes musikalisches Feuerwerk. Folksongs, Pop, Jazz und die Erinnerung an Michael Jackson, dem legendären King of Pop, bereiten den Musikern offensichtlich besonders viel Vergnügen und motivierten sie zu Höchstleistungen.
Gerald Oswalds »Variations on an Austrian Folksong« erklangen mal witzig, mal fetzig. Im gemütlichen Walzertakt folgte eine englische Bearbeitung des bekannten Volkslieds vom »Lieben Augustin« und bei Jacob de Haans »Concerto D’Amor« schaffte es die Stadtkapelle, ein getragenes Adagio zum heiteren Swing zu führen. Mit dem »Solo Bossa«, ein Satz mit wechselnden rhythmischen Akzenten und träumerischen Elementen, bot der Solist Michael Geiger (Flügelhorn ein Werk , das ins Ohr ging. Nach den drei bekannten Melodien, Thriller, Il’ll be there und I want you back von Michael Jackson mit den Solisten David Fleischmann, Fabian König, Philipp Hench (Posaune), Michael Geiger (Trompete), Philip Meisenzahl (Bassklarinette) und Christine Scheurich-Hench (Saxophon) folgte als grandioser Schlusspunkt die Interpretation des Werks »Robinson Cruso«. Musikalisch exzellent beschrieben die Musiker die Abenteuer des Seemanns, der als Schiffbrüchiger viele Jahre auf einer Insel verbringt. In einem ruhigen Adagio wird vom Orchester die Seefahrt beschrieben, es folgt der von den Registern sauber herausgearbeitet Sturm in der Karibik, die mit Freitag geschlossene Freundschaft und schließlich geht die Musik beim Kampf mit den Kanibalen in ein Grandioso über.
Die mit langem Beifall geforderten Zugaben erfüllte das Orchester mit »From pride and prejudice« von Dario Marianelli mit der elfjährigen Clara Schmid als Solistin am Flügel und dem Marsch »Zum Städtele hinaus« von Georg Meissner.
Quelle Main-Netz