Musik zwischen Residenz und Main

4. Deutsches Musikfest in Würzburg – Stadtkapelle Miltenberg vertritt erfolgreich Churfranken

 

Würzburg bietet seinen Besuchern von jeher Erlesenes für Auge und Gaumen. Am vergangenen Wochenende wurde die Sinnlichkeit der unterfränkischen Metropole aber noch um akustische Reize erweitert. Die Luft rund um die Residenz vibrierte trotz regenassem Grau vor Jazz, Klassik und Brass.

 

Fast 16.000 Teilnehmer aus ganz Deutschland gaben sich beim 4. Deutschen Musikfest ein Stelldichein. Man traf sich an vier Tagen aus lauter Lust am Musizieren – und zum Leistungsvergleich. Beim Bayerischen Landesentscheid zum Mittelstufen Wettbewerb konnten nur diejenigen zehn Musikkapellen antreten, die sich durch einen Wettstreit innerhalb ihres Verbandes qualifiziert hatten. Unter den Teilnehmer war auch die Stadtkapelle Miltenberg vertreten und das sogar mit der stattlichen Zahl von 62 Musikern. Diese gaben dem Pflichtstück im Wettbewerb „Four meets Seven“ von Patrick Millstone das nötige Klangvolumen und eine große atmosphärische Dichte. Der musikalische Leiter Waldemar Stockert verstand es, das Werk mit der ihm eigenen Lebendigkeit und Spannung freien Lauf zu lassen. Das Orchester aus der Fachwerkstadt am Untermain intonierte damit exakt die Seele des Stückes. Die nachfolgende Kür, Luigi di Ghisallos „Tokyo Adventure“ verbindet Motive eines Rundgangs durch die japanische Hauptstadt, mit Stationen wie dem Hafen von Yokohama, einem Geishahaus oder dem Buddahtempel.. Die besondere Atmosphäre der Stadt musisch-tonal zu interpretieren, mit ihrer Modernität in Technik oder Organisation bei gleichzeitiger Präsenz jahrhundertelang gepflegter Traditionen fordert von einem Orchester viel, und alles gleichzeitig. Wuchtige Fortissimi beim Blech, leidenschaftliche Appassionati von den Holzblasinstrumenten; die nachdenklichen Momente sind Aufgabe der Klarinetten und Querflöten. Das alles zu einem harmonischen Ganzen zu verbinden schaffen nur Orchester mit einem hohen Leistungsstandard. Die Stadtkapelle Miltenberg brillierte auch hier und überzeugte die internationale Jury. Unter der Leitung von Prof. Dr. Friedrich Weyermüller aus Innsbruck erhielten Sie einen ausgezeichneten vierten Platz, zum Wertungsersten waren kaum 3 Punkte Abstand. Für die Kategorie „Mittelstufe Bayern“ ein mehr als verdientes Feedback.

 

Die Miltenberger Musiker hatten sich bereits zwei Wochen zuvor bei einem Wertungsspiel des Musikverbandes Untermain einem Vergleich unterzogen. Organisiert von Erich Rachor und Lother Eckstein traf man sich zur Einstufung für das große Musikereignis in Würzburg. Bernhard Obier, Vorstand der Musikvereins Miltenberg, durfte die Weiterleitung für den Verband zum Deutschen Musikfest mit der höchstmöglichen Bewertung für dieses Wertungsspiel entgegennehmen. Mit der Note „mit hervorragendem Erfolg“ bescheinigte die Jury der Stadtkapelle „ einen qualitativ guten und ausgeglichenen Klangkörper mit hohem Potential“.

 

Eine wohlverdiente Feier im Kreise der mitwirkenden Musiker beschloss den Tag in Würzburg. Man darf auch in Zukunft auf die Entwicklung der Stadtkapelle Miltenberg sehr gespannt sein.

 

Text: Musikverein Miltenberg, Chr. Scheurich-Hench

Bild: DMF 

 

 Pressebericht vom 24.05.2007

 
Deutsches Musikfest in Würzbunrg